a)    Medizinischer Dienst

Der medizinische Dienst ist für die umfängliche gesundheitsbezogene, hausärztliche sowie betriebsmedizinische Betreuung und Versorgung der Gefangenen und Untergebrachten zuständig.

Die ärztliche Versorgung erfolgt durch Anstaltsärzte, welche u.a. Fachärzte für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin mit zusätzlichen Qualifikationen in Suchtmedizin sowie Betriebsmedizin, Ernährungsmedizin und Rettungswesen sind. Des Weiteren versorgen Konsiliarärzte für Psychiatrie, Augenheilkunde und Zahnmedizin die Inhaftierten. Unterstützt werden die Ärzte durch aktuell 16 vollexaminierte Krankenpflegekräfte, die ergänzend über eine Ausbildung zum Justizvollzugsbeamten (AVD) verfügen und auch in Abwesenheit der Ärzte rund um die Uhr die medizinische Versorgung der Inhaftierten in der Anstalt sicherstellen.

Die Versorgung der Insassen richtet sich nach dem sog. Äquivalenzprinzip, d.h. die Versorgung der Gefangenen und Untergebrachten entspricht den Grundsätzen der Behandlung von Mitgliedern einer gesetzlichen Krankenversicherung und der Fürsorge- und Garantenpflicht des Justizvollzugs.

b)    Pädagogischer Dienst

Im Rahmen der jeweiligen vollzuglichen Planung bieten die sechs Pädagoginnen/ Pädagogen der Schulabteilung den Gefangenen und Untergebrachten die Möglichkeit, Angebote der Elementarbildung einschließlich Alphabetisierung und der Vorbereitung auf schulische bzw. berufliche Bildungsmaßnahmen wahrzunehmen. Ziel ist es, vorhandene sprachliche Defizite, (Semi-) Analphabetismus und Wissenslücken zu überwinden, sodass anschließend ein Zugang zu einer Maßnahme mit schulischem Abschluss bzw. einer beruflichen Ausbildungsmaßnahme möglich ist. Neben der Lehrtätigkeit als solcher gehören zum Berufsbild des Pädagogischen Dienstes in einer Justizvollzugsanstalt vor allem auch die Mitwirkung in der Vollzugsplangestaltung des einzelnen Schülers sowie die fortwährende Motivation für eine solche Maßnahme.

Bedingt durch den Umzug des Pädagogischen Zentrums von der JVA Münster in die JVA Werl im Juli 2016 erhöhen nunmehr sieben weitere pädagogische Kräfte den Personalbestand der Anstalt. Diese Lehrkräfte sind für die Durchführung abschließender, zum Teil mehrjähriger schulischer Maßnahmen zuständig, für welche sich interessierte männliche Strafgefangene aus allen Justizvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen bewerben können. Auch hier spielt die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Berücksichtigung weiterer Defizite bei den Schülern im Zuge der Vollzugsplanung eine entscheidende Rolle.

c)    Psychologischer Dienst

Das Einsatzgebiet des Psychologischen Dienstes in der JVA Werl ist vielfältig. Die Aufgaben umfassen Stabilisierung bei psychischen Krisen, die Einschätzung der Gefährlichkeit des Insassen für die Zeit innerhalb und außerhalb des Vollzuges, Psychodiagnostik und Behandlungsplanung oder therapeutische Unterstützung, um das Ziel eines straffreien Lebens zu erreichen. Für jeden Gefangenen und Untergebrachten wird nach Möglichkeit ein individuell passendes Betreuungs- und Behandlungsangebot im Rahmen des Zugangsverfahrens, der Vollzugsplanung und der Vollzugsplanfortschreibungen zusammengestellt. Jeder Insasse kann sich zudem jederzeit eigeninitiativ beim Psychologischen Dienst melden, um sich beraten und unterstützen zu lassen.

d)    Seelsorglicher Dienst

Der Seelsorgliche Dienst – in der JVA Werl bestehend aus jeweils zwei Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche – ist in erster Linie Ansprechpartner für die Gefangenen und Untergebrachten, aber auch für deren Angehörige. Darüber hinaus stehen die Seelsorger auch den Anstaltsbediensteten bei Bedarf unterstützend zur Seite. Neben der Feier der Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen und den seelsorglichen Einzelgesprächen bietet der seelsorgliche Dienst Kirchengruppen – ggf. mit externer Verstärkung – für Insassen an, arbeitet mit caritativen und diakonischen Verbänden zusammen und ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im kirchlichen Raum.

e)    Sozialdienst

Der Sozialdienst leistet Beratung und Hilfestellung für die Lösung der individuellen vielschichtigen Probleme der Insassen, wobei die Verbesserung ihrer Lebenslage das grundsätzliche Ziel ist. Bei der vollzuglichen Planung ist der Sozialdienst immer beteiligt. Der Fokus liegt insbesondere auf einer frühzeitigen und umfassenden Entlassungsvorbereitung; hierzu gehören u.a. Hilfestellungen und Förderung der sozialen Außenkontakte, Sucht- und Schuldnerberatung, Unterstützung in ausländerrechtlichen Angelegenheiten. Des Weiteren wirkt der Sozialdienst im Rahmen von Stellungnahmen bei vollzuglichen Entscheidungen zur Frage der Verlegung in den offenen Vollzug, die Zulassung vollzugsöffnender Maßnahmen und zur Frage der vorzeitigen Entlassung bei Strafgefangenen bzw. der Aussetzung oder Erledigterklärung der Maßregel Sicherungsverwahrung mit.