Angesichts einer Gefangenenpopulation, in der ca. 50 % der Insassen keine schulische Qualifikation besitzen, ein großer  Teil nicht bzw. kaum lesen und schreiben kann oder Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hat, kommt dem Abbau dieser Defizite im Rahmen von entsprechenden Bildungsmaßnahmen für die anschließende (Wieder-)Eingliederung in das Arbeitsleben eine hohe Bedeutung zu.

Darüber hinaus leistet der Unterricht der Schulabteilung durch die Vermittlung der Werte und Normen unserer Gesellschaft einen wichtigen Beitrag zur Integration, insbesondere der Schüler mit Migrationshintergrund, deren Anteil in der Schulabteilung bei ca. 80 % liegt.

Für eine schulische Maßnahme an sich und den Wohngruppenvollzug geeignete, interessierte Strafgefangene können sich in der Schulabteilung der JVA Werl (max. 40 Plätze) die notwendigen Voraussetzungen für einen Schulabschluss oder eine berufliche Ausbildungsmaßnahme aneignen. Hierfür stehen Förderkurse im Primarbereich und Berufsvorbereitungskurse, in denen ein mit dem Berufsförderungswerk abgestimmter Unterricht im Sekundarstufe-1-Bereich angeboten wird, zur Auswahl. Insassen mit entsprechender schulischer Vorbildung werden so entweder auf die theoretischen Anforderungen einer qualifizierten Berufsausbildung vorbereitet oder mit ihnen wird eine schulabschlussbezogene Vorförderung auf den Hauptschulabschluss bzw. auf die Fachoberschulreife durchgeführt.

Für Insassen, die sich kaum oder gar nicht auf Deutsch verständigen können, wird ein Sprach-/Integrationskurs angeboten. In Anlehnung an die Vorgaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) werden hier grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache sowie landeskundliche Themen vermittelt.

Für die Teilnahme an einer schulischen Ausbildung erhalten die Schüler eine angemessene Entlohnung.